28.01.2019

Steigen die Mieten weiter?

Der Immobilienmarkt wird sich auch 2019 nicht wesentlich entspannen. Es herrscht weiterhin Wohnraummangel. Die nachlassende Zuwanderung aus dem Ausland und regulierende Maßnahmen der Politik könnten die Mieten langsamer steigen lassen.

Nach Aussagen von Politik und Immobilienwirtschaft müssten jährlich 350.000 bis 400.000 neue Wohnungen gebaut werden, um den Bedarf zu decken. Das ist aber nicht zu schaffen. Die Baufirmen und Handwerksbetriebe kommen kaum hinterher, zumal ihnen die Fachkräfte fehlen. So machte die Förderbank KfW den Mangel an Klempnern, Sanitär- und Heizungstechnikern als Bremse für den Wohnungsbau aus. Selbst die Lückenbebauung oder das Aufstocken von Wohnungen stoße in dicht bevölkerten Städten wie München oder Frankfurt an Grenzen.

Wohnungsmangel führt zu Mietsteigerungen

Noch Mitte der 1990er Jahre wurden mehr als 600.000 Wohnungen pro Jahr errichtet. Als Folge stiegen die Immobilienpreise lange Zeit kaum. Dann wurde immer weniger gebaut, 2009 entstanden nur noch 160.000 Neubauten. – Der schnell auftretende Wohnungsmangel führte zu steigenden Mieten. Laut einer Analyse des Hamburger Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung (GEWOS) für die Deutsche Presse-Agentur kletterten die Angebotsmieten im dritten Quartal 2018 im Bundesschnitt auf gut 7 Euro kalt je Quadratmeter. Das entspricht einem Plus von 3,9 Prozent innerhalb eines Jahres. Besonders stark zogen die Mieten in den sieben größten deutschen Städten an, darunter Berlin, Hamburg und München. Im Schnitt wuchsen sie dort um 6,4 Prozent auf knapp 12 Euro je Quadratmeter kalt. Untersucht wurden – auf dem Online-Portal Immobilienscout24 angebotene – 80 Quadratmeter große Wohnungen im Baualter von 30 Jahren bei mittlerer Lage und üblicher Ausstattung.

Zustrom in die Metropolen ungebrochen

Immobilienexperte Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hält steigende Mieten in den Städten für nicht ungewöhnlich. Dort würde es die meisten Jobs für Hochqualifizierte geben bei tendenziell wachsendem Einkommen. Allerdings sei das Ausmaß des Anstiegs doch außerordentlich. Er hält ein Nachlassen der Dynamik im Laufe des Jahres 2019 für möglich. Ein Aspekt wäre der Rückgang der Zuwanderung aus dem Ausland. Aber auch regulierende Maßnahmen der Politik wie eine verschärfte Mietpreisbremse und weniger Spielraum für Eigentümer bei der Umlage von Modernisierungen auf die Miete könnten Wirkung zeigen. Voigtländer sieht eine Chance, den Mietanstieg in den Städten zu bremsen in der Rückbesinnung zum Häuschen im Grünen. Allerdings kann er dafür derzeit keine Anzeichen erkennen; der Drang in die Metropolen sei ungebrochen. Selbst einkommensschwache Schichten nähmen die höheren Mietkosten in Kauf.

Bei den Nebenkosten fallen die Ölpreise ins Gewicht

Der Deutsche Mieterbund (DMB) erwartet zumindest bei den Nebenkosten für 2019 keine wesentlichen Anstiege. Nach letzten Daten für 2016 zahlten Mieter durchschnittlich knapp 2,20 Euro pro Quadratmeter für die „zweite Miete“. Fast die Hälfte davon entfalle auf die Heizkosten. Nur Haushalte, die mit Öl heizen, müssten mit deutlichen Aufschlägen rechnen, warnte der Direktor des DMB Lukas Siebenkotten.


Quelle: Immobilienscout24 Newsletter für Vermieter, Januar 2019

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